Call ID Spoofing: So erkennen Sie Anrufe mit gefälschter Nummer!

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Was ist Call-ID-Spoofing?

Eine nicht ganz neue, aber dafür häufig von Betrügern genutzte Masche, ist das Call-ID-Spoofing. Dabei werden Telefonanrufe von einer abgeänderten Telefonnummer aus vorgenommen. Diese vorgetäuschte Telefonnummer lässt sich frei auswählen. So haben Betrüger beispielsweise die "110" missbraucht, um ahnungslose Bürger abzuzocken.

Ist Call-ID-Spoofing in Deutschland erlaubt?

Wer diese Methode als harmlosen Scherz deklariert, sollte besonders vorsichtig sein. Gemäß § 66 TKG (Telekommunikationsgesetz) ist Spoofing ausdrücklich verboten und kann rechtliche Folgen nach sich ziehen. Der Gesetzestext ist in dieser Sache eindeutig, wenn es heißt: "[...] Andere an der Verbindung beteiligte Anbieter dürfen übermittelte Rufnummern nicht verändern. [...]".

Warum lässt der Gesetzestext hier keinen Spielraum? Der wichtigste Grund hierfür zeigt sich im Notruf. Sollten Sie einen Notfall haben, werden jedoch nach Wählen des Notrufes ohnmächtig, kann der Anruf durch die Beamten zurückverfolgt werden. Das kann Ihnen unter Umständen das Leben retten, wenn rechtzeitig Hilfe eintrifft. Wäre die Nummer unkenntlich, könnte der Notfall nicht lokalisiert werden.

Außerdem soll Telefonbetrug vermieden werden. Wie bereits angedeutet, wurde Spoofing bereits des Öfteren genutzt. So haben sich Betrüger als Bankangestellte, Polizisten oder Mitarbeiter anderer Behörden ausgegeben, um sensible Daten von ihren Opfern zu erhalten oder diese schlichtweg um Geld zu erleichtern.

Wie funktioniert Call-ID-Spoofing?

Leider macht es die moderne Technik sehr leicht, eine Anruferkennung zu fälschen. Im Internet ermöglichen - sogar kostenlos - verschiedenste Onlinedienste, Anrufe unter gefälschten Telefonnummern zu tätigen. Inzwischen gibt es sogar Apps, die gefälschte Anruferkennung "bequem" vom Smartphone aus ermöglichen. Bei einigen Diensten haben Sie sogar selbst die Wahl, vor Ihrem Anruf eine beliebige Nummer einzugeben, die bei dem Gesprächspartner angezeigt werden soll!

Wie können Sie den Betrug erkennen?

Ein guter Schutz besteht im eigenen "gesunden Menschenverstand". Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Mitarbeiter von Behörden Sie einfach anrufen und von Ihnen persönliche Daten verlangen oder Sie zu einer Geldzahlung auffordern. In solchen Fällen werden Sie immer schriftlich informiert.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Sie sich die im Display angezeigte Telefonnummer abschreiben. Wenn Sie ein zweites Telefon im Haus haben, entschuldigen Sie sich kurz bei dem Anrufer. Jetzt können Sie am anderen Telefon die angezeigte Nummer eingeben, wählen und schauen, was passiert. Hören Sie kein "Besetzt-Zeichen", haben Sie einen Betrüger an der Leitung!

Wenn Sie sich unsicher sind, ob der Anruf "echt" war, können Sie auch bei dem jeweiligen Unternehmen oder der Behörde nachfragen, ob ein solcher Anruf mit dem entsprechenden Sachverhalt von Mitarbeitern wirklich vorgenommen wurde.

Wie können Sie sich schützen?

Neben dem eigenen Gespür, können Sie auch auf die Technik zurückgreifen. Es gibt derzeit die kostenfreie App "TrueCaller", die unbekannte Nummern erkennt und Sie automatisch vor einem solchen Betrugsanruf schützt.

Außerdem sollten Sie zu Ihrem eigenen Schutz nie am Telefon vertrauliche Daten, wie Passwörter oder Kontoinformationen weitergeben. Verlangt jemand Zugriff auf Ihren PC, können Sie das ebenfalls als eindeutiges Indiz dafür ansehen, dass ein Betrüger am Werk ist.

Um sich und auch andere eventuelle Betrugsopfer zu schützen, ist es ebenfalls ratsam, Zeitpunkt und Namen oder andere Details des Anrufers aufzuschreiben. Mit diesen Informationen solltten Sie die Polizei verständigen.